Lateralmusic entsteht 2002 um Frontfrau Nadja Dehn, die in Johannesburg geboren wird und dort aufwächst, ihre Teenagerzeit in New York verbringt und in Weimar ihren Hochschulabschluss in Jazzgesang absolviert. Mit ihrer ausdrucksstarken, warmen Stimme prägt sie nicht nur den den Sound der Band sondern zeichnet auch als Komponistin und Texterin verantwortlich. Gitarrist Gregor Zimball, der in Brasilien studiert hat und in regelmäßigen Abständen nach Rio de Janeiro pendelt, steuert den lateinamerikanischen Einfluss in der Formation bei. Die ausgewählte und sparsame Art des Bassisten Thomas Koch Töne zu setzen passt perfekt zu den zarten Kompositionen der Band. Schlagzeuger Beni Reimann, dessen außergewöhnlich breites Musikverständnis perfekt mit den vielfältigen Eigenschaften der anderen drei harmoniert, komplettiert das Quartett. Wichtig ist ihnen vor allem, dass jeder seinen eigenen Charakter mit einbringt. So entsteht der Bandname lateralmusic , eine Musik bestehend aus unterschiedlichen Seiten. Die Kontinente, die sie jeweils geprägt haben, machen ihren besonderen Stil aus: Europa, Afrika, Nord- und Südamerika. Ein Konglomerat aus vielen Einzelteilen entsteht: Samba, Baião und afrikanische Impressionen verbinden sie mit Jazz und moderner europäischer Musik. Diese Mischung nennen sie „Global Jazz“. 

2005 erscheint ihr erstes Album bei metarecords. „Poppig leichtgängige Grooves schmiegen sich an lebhaft swingenden Jazz, mitreißender Samba schwebt über diversen lateinamerikanischen Rhythmen, ein Balafon färbt hin und wieder die lateralmusic westafrikanisch und Dehns ausdrucksstarker Gesang besitzt die ganze emotionale Kraft, wie sie nur bei ambitionierten und kompromisslos ehrlichen Singer/Songwritern zu finden ist!“, schreibt jazzthing.de im Oktober 05 und kürt lateralmusic zum Hotspot des Monats.

Live überzeugt die Band durch die Fähigkeit, ihrem Publikum ein emotionales Erlebnis zu präsentieren. Mit dem Repertoire beider Alben schaffen sie es, außergewöhnlich intensive Spannungsbögen zu erzeugen und den Zuhörer auf Phantasiereisen und in neue Klangwelten mitzunehmen.

Die zwölf Songs auf „Timetables“ sind ausschließlich Eigenkompositionen, aufgenommen in den ehemaligen Berliner DDR-Studios in der Nalepastraße, wo auch die Fotos für das Cover entstanden sind. Mit ihren Texten lädt Nadja Dehn den Zuhörer ein, an ihren Gedanken und Träumen teilzuhaben. „Faulenzen hat einen schlechten Ruf in unserer Gesellschaft,“ erklärt sie. „Auch wenn wir noch nie so viel Freizeit hatten wie jetzt, scheint es unglaublich wichtig zu sein, sich immer zu beschäftigen, immer etwas sinnvolles mit seiner Zeit anzufangen. Als Künstlerin kann ich mir meine Zeit selbst einteilen, und es fällt mir sehr schwer Auszeiten zu nehmen. Auszeiten, in denen ich mich einfach nur erhole und gar nichts mache. „Losing Time“ erinnert mich immer wieder daran, mir Zeit zu nehmen, vor mich hinzuträumen, in der Vergangenheit zu schwelgen, nach Innen zu lauschen und mich in der Zeit zu verlieren.“

„Lateralmusic (...) hat seine originäre Spielweise gefunden, die afrikanische Grooves und lateinamerikanische Rhythmen, Pop, Jazz, Singer/Songwriter-Assoziationen, Klänge aus akustischen und elektronischen Instrumenten zu etwas vermischen, das die Berliner Gruppe „Global Jazz“ nennt.

Diese breit angelegten, impressionistisch wirkenden Soundflächen mit pastellösen Klangfarben sind der passende Untergrund für die warme, ausdrucksvolle, ebenso melancholisch wie hoffnungsfreudig klingende Stimme der Sängerin mit ihren Sprüngen aus Mittellagen in die Höhen und den lang gezogenen Vokalisen.“ Klaus Mümpfer, Jazzpodium 10/2007

 
   

Nadja Dehn (Gesang)

Gregor Zimball (Gitarre)

Thomas Koch (Bass)

Beni Reimann (Schlagzeug)